Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)

Der Begriff Amniozentese steht für die Fruchtwasserentnahme aus der Fruchtblase und dient u.a. zur Bestimmung der Erbanlagen des ungeborenen Kindes und zur Bestimmung von speziellem Protein im Fruchtwasser, das uns einen Hinweis auf einen offenen Rücken oder Bauchdecke liefern kann.
Die Fruchtwasserpunktion führen wir schon seit 1981 durch. Diese Untersuchung kann in der 16. SSW durchgeführt werden (siehe Schwangerschaftskalender).
Das Fehlgeburtsrisiko liegt bei 0,3 – 0,5 %. Ein erstes Ergebnis aus der Analyse mittels sogenanntem FISH-Test (Schnelltest) liegt am folgenden Tag und bereits zuverlässig vor. Dieser Schnelltest wird in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Falls gewünscht wird er jedoch durchgeführt, hier werden Sie vom Labor eine separate Rechnung erhalten (ca. 80,- €). Das ausführliche Ergebnis wird nach einer sogenannten Langzeitkultur, die ca. 10 – 14 Tage dauert, mitgeteilt.

Vorbereitung der Patientin zur Fruchtwasserpunktion

  • Bitte kommen Sie mit gefüllter Harnblase zur Untersuchung
  • Bringen Sie unbedingt Ihren Mutterpass und Ihren Blutgruppenausweis (falls vorhanden) mit, da wir Ihre Blutgruppe, sowie den sogenannten Rhesusfaktor schriftlich benötigen.
  • Denken Sie auch an den Überweisungsschein (bei Kassenpatientinnen), ausgestellt von Ihrem Frauenarzt, an Ihre Versicherungskarte sowie ggf. Vorbefunde (die Schwangerschaft betreffend, der Familienvorgeschichte oder einen humangenetischen Befund).
  • Sollte kurz vor der Punktion eine Blutung bei Ihnen auftreten oder sollten Sie erkranken (auch Erkältungen), bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, um den Termin ggf. zu verlegen, da das Komplikationsrisiko bei Erkrankungen wesentlich höher ist. 
  • Sie brauchen nicht nüchtern zu kommen, d.h. Sie können wie gewohnt vorher
    frühstücken. 
  • Die Punktion wird ambulant durchgeführt.
  • Sie können alleine zu dieser Punktion kommen, es ist den Schwangeren jedoch meist angenehmer, wenn sie in Begleitung zu dieser Entnahme kommen.
  • Kinder unter 12 Jahren dürfen bei der Untersuchung nicht dabei sein, wegen möglichem Infektionsrisiko von Kinderkrankheiten auf schwangere Frauen.

Ablauf der Punktion

Unter ständiger Ultraschallsicht wird eine dünne Nadel durch die Bauchdecke, durch die Gebärmutterwand und durch die Eihäute in die Fruchthöhle vorgeschoben. Dabei werden ca. 15 ml Fruchtwasser entnommen. Die Punktionsstelle wird so ausgesucht, dass sich keine kindlichen Körperteile in der Nähe befinden, sodass eine Verletzung des Kindes während der Punktion unwahrscheinlich ist. Die Punktionsdauer beträgt in der Regel 1 – 2 Minuten und wird von vielen Schwangeren als harmlos empfunden.

Embryo Nabelschnur Mutterkuchen Vagina Fruchtblase Darm Wirbelsäule Blase Harnleiter

Verhalten nach der Punktion

Nach der Punktion werden wir die Aktivität der Gebärmutter mittels sogenanntem Wehenschreiber registrieren, um vorzeitige Wehentätigkeit auszuschließen. Diese Untersuchung dauert ca. 30 Minuten. Danach können Sie die Praxis verlassen.Sie dürfen auch alleine nach Hause fahren. Wir raten zu einer weitgehenden körperlichen Schonung von 1-2 Tagen nach der Punktion und stellen Ihnen ggf. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Hier müssen Sie die häusliche und berufliche Arbeit entsprechend organisieren. Weiterhin ist bis zu einer Woche von schweren Arbeiten und Geschlechtsverkehr abzusehen.
Zwei bis drei Tage nach der Punktion können Sie sich bei Ihrem/Ihrer Frauenarzt/-ärztin zu einer Kontrolluntersuchung vorstellen. Beim Auftreten von Beschwerden, z. B. Schmerzen im Unterleib, Blutung aus der Scheide, Fruchtwasserabgang, Fieber oder einem ungewöhnlichen Gefühl im Bauch, melden Sie sich sofort und direkt bei Ihrem behandelnden Frauenarzt/-ärztin oder bei uns oder in einem Krankenhaus.
Da die Fruchtwasserpunktion keine Information über den Zustand der Organe des Kindes liefert, ist ein Organultraschall erforderlich, den Sie auch bei uns in der Zeit um die 20. SSW durchführen lassen können.

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Pränataldiagnostik Dr. Okko
Zentrum für 3D/4D Sonographie und Fetalmedizin