Chorionzottenbiopsie

Der Begriff Chorionzottenbiopise steht für die Gewebsentnahme aus dem Mutterkuchen und dient der Bestimmung der Erbanlagen des ungeborenen Kindes. Die Chorionzottenbiopsie führen wir schon seit 1984 durch. Diese Untersuchung kann ab der abgeschlossenen 11. Schwangerschaftswoche (siehe Schwangerschaftskalender), d. h. bereits sehr früh in der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Das Fehlgeburtsrisiko liegt bei 0,3 % und ist damit etwas niedriger als das Risiko einer Fehlgeburt infolge einer Amniozentese (Fruchtwasserpunktion). Ein erstes Ergebnis aus der Analyse mittels sogenannter Kurzzeitkultur liegt nach 1-2 Tagen vor und ist bereits zuverlässig; es wird jedoch stets durch eine sogenannte Langzeitkultur, die etwa 10 – 12 Tage benötigt, abgesichert.

Vorbereitung der Patientin zur Chorionzottenbiopsie

  • Bitte kommen Sie mit gefüllter Harnblase zur Untersuchung
  • Bringen Sie unbedingt Ihren Mutterpass und Ihren Blutgruppenausweis (falls vorhanden) mit, da wir Ihre Blutgruppe, sowie den sogenannten Rhesusfaktor schriftlich benötigen.
  • Denken Sie auch an den Überweisungsschein (bei Kassenpatientinnen), ausgestellt von Ihrem Frauenarzt, an Ihre Versicherungskarte sowie ggf. Vorbefunde (die Schwangerschaft betreffend, der Familienvorgeschichte oder einen humangenetischen Befund).
  • Sollte kurz vor der Punktion eine Blutung bei Ihnen auftreten oder sollten Sie erkranken (auch Erkältungen), bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, um den Termin ggf. zu verlegen, da das Komplikationsrisiko bei Erkrankungen wesentlich höher ist. 
  • Sie brauchen nicht nüchtern zu kommen, d.h. Sie können wie gewohnt vorher
    frühstücken. 
  • Die Punktion wird ambulant durchgeführt.
  • Sie können alleine zu dieser Punktion kommen, es ist den Schwangeren jedoch meist angenehmer, wenn sie in Begleitung zu dieser Entnahme kommen.
  • Kinder unter 12 Jahren dürfen bei der Untersuchung nicht dabei sein, wegen möglichem Infektionsrisiko von Kinderkrankheiten auf schwangere Frauen.

Ablauf der Punktion

Unter ständiger Ultraschallsicht wird eine dünne Nadel durch die Bauchdecke und durch die Gebärmutterwand in den Mutterkuchen vorgeschoben. Dabei werden Partikel aus dem Mutterkuchen entnommen. Da die Nadel außerhalb der Fruchthöhle platziert wird, ist eine Verletzung des Fetus im Vergleich zur Fruchtwasserpunktion weniger wahrscheinlich. Die Punktion dauert in der Regel 1-2 Minuten und wird von vielen Schwangeren als wenig schmerzhaft empfunden.

Embryo Nabelschnur Mutterkuchen Vagina Fruchtblase Darm Wirbelsäule Blase Harnleiter

Verhalten nach der Untersuchung

Nach der Punktion können Sie die Praxis sofort verlassen. Sie dürfen auch alleine nach Hause fahren. Es ist den Schwangeren jedoch meist angenehmer, wenn sie in Begleitung zu dieser Entnahme kommen. Wir raten zu einer weitgehenden körperlichen Schonung für 1-2 Tage nach der Punktion und stellen Ihnen ggf. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Hier müssen Sie die häusliche und berufliche Arbeit entsprechend organisieren. Weiterhin ist bis zu einer Woche von schweren Arbeiten und Geschlechtsverkehr abzusehen.Zwei bis drei Tage nach der Punktion können Sie sich bei Ihrem/Ihrer Frauenarzt/-ärztin zu einer Kontrolluntersuchung vorstellen. Beim Auftreten von Beschwerden, z. B. Schmerzen im Unterleib, Blutungen, Fruchtwasserabgang, Fieber oder einem ungewöhnlichen Gefühl im Bauch, melden Sie sich sofort und direkt bei Ihrem/Ihrer behandelnden Frauenarzt/-ärztin oder bei uns oder in einem Krankenhaus.

Weiterhin empfehlen wir in der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche die Bestimmung von Alpha-Feto-Protein im mütterlichen Serum bei Ihrem Frauenarzt, welches einen Hinweis auf einen offenen Rücken oder Bauchdecke liefert.
Da die Chorionzottenbiopsie keine Information über den Zustand der Organe des Kindes gibt, ist ein Organultraschall erforderlich, den Sie auch bei uns in der Zeit um die 20. SSW durchführen lassen können.
 

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Zentrum für 3D/4D Sonographie und Fetalmedizin