Fetale Blutentnahme aus der Nabelschnur 


Diese Untersuchung ist vergleichbar mit einer Fruchtwasserpunktion, jedoch wird die Nadelspitze bewusst in die Nabelschnur des Kindes vorgeschoben. Dabei werden einige ml fetales Blut aus der Nabelschnurvene entnommen. Der Punktionsort liegt meistens am Nabelschnuransatz am Mutterkuchen, somit wird Abstand vom Kind gehalten.
Die entnommene Blutprobe kann - wie bei Ihrem Hausarzt - auf alle möglichen Erkrankungen untersucht werden. Hier können u.a. Erbanlagenstörungen, Stoffwechselerkrankungen oder Infektionszeichen diagnostiziert oder ausgeschlossen sowie fetale Nieren- und Leberwerte und Blutgruppe des Kindes bestimmt werden. Diese Art der Diagnostik wird nur in speziellen Zentren durchgeführt, bei uns bereits seit 1984. Diese Untersuchung kann ab der 16. SSW durchgeführt werden. Das Fehlgeburtsrisiko liegt bei 0,5 %. Die Ergebnisse des fetalen Blutes können - je nach Aufwand - nach ein paar Tagen mitgeteilt werden.

Vorbereitung der Patientin zur Fetalen Blutentnahme aus der Nabelschnur

  • Bringen Sie unbedingt Ihren Mutterpass und Ihren Blutgruppenausweis (falls vorhanden) mit, da wir Ihre Blutgruppe sowie den sogenannten Rhesusfaktor schriftlich benötigen.
  • Denken Sie auch an den Überweisungsschein (bei Kassenpatientinnen), ausgestellt von Ihrem Frauenarzt, an Ihre Versicherungskarte sowie ggf. Vorbefunde (die Schwangerschaft betreffend, der Familienvorgeschichte oder einen humangenetischen Befund).
  • Sollte kurz vor der Punktion eine Blutung bei Ihnen auftreten oder sollten Sie erkranken (auch Erkältungen), bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, um den Termin ggf. zu verlegen, da das Komplikationsrisiko bei Erkrankungen wesentlich höher ist.
  • Sie brauchen nicht nüchtern zu kommen, d.h. Sie können wie gewohnt vorher frühstücken.
  • Die Punktion wird ambulant durchgeführt.
  • Sie können alleine zu dieser Punktion kommen, es ist den Schwangeren jedoch meist angenehmer, wenn sie in Begleitung zu dieser Entnahme kommen.
  • Kinder unter 12 Jahren dürfen bei der Untersuchung nicht dabei sein, wegen möglichem Infektionsrisiko von Kinderkrankheiten auf schwangere Frauen.

 

Ablauf der Punktion

Unter ständiger Ultraschallsicht wird eine dünne Nadel durch die Bauchdecke der Mutter, durch die Gebärmutterwand und durch die Eihäute in die Fruchthöhle vorgeschoben bis zum Nabelschnuransatz am Mutterkuchen. Mit weiterem Vordringen gelangt die Nadelspitze in die Nabelschnurvene, danach wird die vorgesehene Blutmenge entnommen, bzw. können Medikamente injiziert oder Blut transfundiert werden. Die Punktionsstelle wird so ausgesucht, dass sich keine kindlichen Körperteile in der Nähe befinden und somit eine Verletzung des Kindes während der Punktion unwahrscheinlich ist. Die Punktionsdauer beträgt in der Regel 3 – 5 Minuten und wird von vielen Schwangeren als wenig schmerzhaft empfunden.

Embryo Nabelschnur Mutterkuchen Vagina Fruchtblase Darm Wirbelsäule Blase Harnleiter

 

Verhalten nach der Punktion

Nach der Punktion werden wir die Aktivität der Gebärmutter mittels sogenanntem Wehenschreiber registrieren, um vorzeitige Wehentätigkeit auszuschließen. Diese Untersuchung dauert ca. 30 Minuten. Danach können Sie die Praxis verlassen. Sie dürfen auch alleine nach Hause fahren. Wir raten zu einer weitgehenden körperlichen Schonung von 1 – 2 Tagen nach der Punktion und stellen Ihnen ggf. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Hier müssen Sie die häusliche und berufliche Arbeit entsprechend organisieren. Weiterhin ist bis zu einer Woche von schweren Arbeiten und Geschlechtsverkehr abzusehen.
Zwei bis drei Tage nach der Punktion können Sie sich bei Ihrem /Ihrer Frauenarzt/-ärztin zu einer Kontrolluntersuchung vorstellen. Beim Auftreten von Beschwerden, z.B. Schmerzen im Unterleib, Blutung aus der Scheide, Fruchtwasserabgang, Fieber oder einem ungewöhnlichen Gefühl im Bauch, melden Sie sich sofort und direkt bei Ihrem behandelnden Frauenarzt/-ärztin oder bei uns oder in einem Krankenhaus. Da die fetale Blutentnahme aus der Nabelschnur keine Information über den Zustand der Organe des Kindes liefert, ist ein Organultraschall erforderlich (falls noch nicht erfolgt), den Sie auch bei uns in der Zeit um die 20. SSW durchführen lassen können.

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Pränataldiagnostik Dr. Okko
Zentrum für 3D/4D Sonographie und Fetalmedizin